Offenbarung

Am Weg nach Hause fühle ich es wieder einmal: Bedauern. Ähnlich wie beim letzten Mal, als ich den Moment mit ihr allein nicht genutzt und sie nicht geküsst habe, fühle ich mich auch jetzt nicht im Reinen mit mir – meinem kreierten Selbst.

Ich habe – nach wie vor – Angst.
Ich habe Angst davor, dass ich offenbart werde; dass sich mein tiefster Glaubenssatz als wahr herausstellt. Ich verabscheue an anderen Menschen jene Eigenschaft, die ich an mir selbst nicht ausstehen kann: Feigheit. Mein Ur-Selbst verhält sich gegenüber den Herausforderungen des Lebens – den Lebensaufgaben – oft feige.

Was ändert dieses Eingeständnis nun aber?
Gar nichts. Es ändert so lange nichts, bis ich mich verändere. Und mit Veränderung meine ich nicht, dass ich meine tief eingebrannten Glaubenssätze auflöse – das ist unmöglich. Einzig die Art und Weise, wie ich mich von ihnen beeinflussen lasse, kann ich verändern. Was ich mit ihnen tue, wie ich trotz ihnen handle – das macht den Unterschied.

Ich muss es mir – und allen anderen – endlich eingestehen:
Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, meine Leistungen als Mann nicht zu bringen – in allen Lebensbereichen und Situationen! Ich habe Angst davor, die Wahrheit meines mich steuernden Glaubenssatzes – meiner Wahrheit – von anderen Menschen bestätigt zu bekommen. Ich habe Angst zu versagen – im Bett mit einer Frau oder während einer Schlägerei mit einem anderen Mann – und als wertlos entblößt zu werden.

Und plötzlich erkenne ich ihn – den wahren Grund meiner Angst:
Eitelkeit, Stolz oder Ehrgeiz. Sie haben sich offenbart. Ich bin – nach wie vor – zu eitel, um zu meinen Schwächen und Unvollkommenheiten zu stehen, um ihnen in ihre Gesichter zu sehen.

Was werden die anderen nur von mir denken?

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