Sein ist Tun
Mein Ziel war es also, mir, der Welt und anderen Menschen zu beweisen, dass ich wertlos war – immer und immer wieder. Als Lebensstil hatte ich daher bewusst jenen eines drogenabhängigen Arbeitslosen – ewigen Studenten – gewählt. Dahinter steckte allem voran die Angst, bei einer meiner drei zentralen Lebensaufgaben – der Arbeit – zu scheitern.
Erst als ich obengenannte Erkenntnisse erlangt habe, bin ich frei geworden, mich für einen Neubeginn zu entscheiden. Ich musste MEINE Vergangenheit abschließen, sie in einen neuen Kontext setzen: Der Ballast musste weg und ich musste ins Tun kommen! Genau zur rechten Zeit las ich dann etwas, das meine Perspektive aufs Leben nachhaltig veränderte und mich transformierte:
„Ich bin nicht meine Gedanken; ich bin, was ich tue.“
Jenes übersetzte Zitat vom amerikanischen Autoren Gary John Bishop aus seinem New-York-Times-Bestseller „Unf*ck Yourself“ stellte mein Weltbild auf den Kopf: Plötzlich hatte ich keine Ausreden mehr.
Meine selbstzerstörerischen Gedanken waren nur deshalb so eine Belastung für mich gewesen, weil ich ihnen jene Bedeutung gab, die ich ihnen zuschrieb. Jedoch war ich nicht meine Gedanken, heißt: Ich konnte auch trotz negativer Gedanken positive Handlungen vollbringen. Also machte ich mich ans TUN.
Philosophie
Die Baustellen meines Lebens waren zahlreich, teils fühlte ich mich überwältigt. Deshalb beschränkte ich mich auf folgende Assertion:
Schritt für Schritt und Meter für Meter.
Ich habe diese kleine Denkhilfe unter anderem bei der Absolvierung meines ersten Marathons entwickelt, der eine gute Simulation für ein Leben ist: lange, ungewiss und kräftezehrend, stets jedoch mit dem guten Gefühl verbunden, etwas zu schaffen und irgendwo hinzukommen. Oder wie ich immer zu sagen pflege:
Der Prozess ist das Resultat!
Transformation
Den ersten Schritt zur Transformation habe ich bereits hier genannt: meine tiefsten Glaubenssätze und damit mein unbewusstes Ziel herausfinden. Als ich das getan habe, so habe ich erst einmal so etwas wie Freiheit gespürt. Das erste Mal fühlte ich mich frei, zu entscheiden:
Würde ich das machen, was ich bis dahin immer gemacht hatte und so weiterleben, wie ich immer gelebt hatte? Oder würde ich neue Handlungen in mein Sein einbringen? Die Entscheidung war selbsterklärend.
Dann habe ich mir ein Versprechen gegeben:
Von jenem Tag im Januar 2022 würde ich Inspiration sein – immer und in jeder Lebenssituation. Auch wenn der Zug meines alten Selbst stark war, so war ich gewillt, jeden Tag zu Inspiration aufzustehen und meine tiefsten Impulse zu überwinden. Und um das geht es im Leben:
Die Überwindung der tiefsten Triebe – immer und immer wieder!
Alles neu
Das konstante Tun funktionierte: Nach und nach veränderten sich mit meinem Selbstbild auch meine Gedanken. Ich begann wieder, mich und mein Wort ernst zu nehmen. Und dann bemerkte ich auch, was die gesamte Zeit über mein größtes Hindernis gewesen war: meine Ausreden. Am Ende des Tages leben wir alle jenes Leben, zu dem wir gewillt sind aufzustehen.
Zukunft
Über vier Jahre später sitze ich nun vor meinem Laptop und blicke zurück: Ich bin stolz auf alles, was ich seit meinem Tiefpunkt bewegt habe. Zwar schaue ich mittlerweile mit einem Lächeln auf meine Vergangenheit zurück – habe kein Bedauern -, jedoch halte ich mich nicht zu lange in dieser auf: Denn Sein ist Tun – für die Zukunft!
Am Ende geht es in meiner kleinen Anekdote darum:
Wir Menschen brauchen eine Zukunft, an der wir konstant arbeiten können – eine eigens kreierte und bewusst gestaltete solche. Und diese ist einer der Schlüssel, um der Falle des Nihilismus zu entkommen und nicht in selbstschädigendes Verhalten zu verfallen. Es geht darum, auf ein Ziel hinzuarbeiten, unabhängig von den selbstzerstörenden Gedanken.
Wer dem in diesem Text beschriebenen Weg folgt, wird merken, wie sich das eigene Selbstbild und damit die Gedanken zu verändern beginnen – sich in eine positive Richtung bewegen werden. Alles beginnt jetzt, in diesem Moment.
Ich kann meine Gedanken nicht unmittelbar verändern. Jedoch kann ich in jedem Moment meines Seins mein Tun verändern – und damit ändern sich meine Gedanken langfristig auch. Kurz zusammengefasst bedeutet das:
Ich tue, ich werde und letztendlich BIN ich.
PDF-Zusammenfassung – Sein ist Tun
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