Aufregung
Am Ende des Laufes, nach meinem 15-minütigen Fast-Sprint-Intervall, klickt es: Gemeinschaftsgefühl oder Eitelkeit – beides zusammen ist nur schwer, wenn überhaupt, vereinbar. Ich kann zwar im Zuge des Verfallens in meinen Ehrgeiz etwas Großes vollbringen und damit andere Menschen indirekt inspirieren, ebenfalls nach Größerem zu streben; ich werde dadurch jedoch niemals jene Erfüllung erlangen, selbst Teil von etwas Großem zu sein – und mich daher weiterhin minderwertig fühlen.
Einen wirklichen Beitrag leiste ich nur, wenn ich bei meinen Handlungen stets das Wohl des großen Ganzen im Auge behalte. Erst dann werde ich es schaffen, meine gefühlte Minderwertigkeit zu überwinden; denn dann bin ich automatisch auch Teil von etwas Größerem – Teil einer Gemeinschaft!
Jetzt kommt allerdings der Haken in dieser Philosophie: Wenn ich nur mit dem Hintergedanken, mich danach gut zu fühlen, einen Beitrag leiste, bleibe ich weiterhin im Hamsterrad gefangen. Denn am Ende habe ich dann auch nur mein eigenes Wohlgefühl im Sinn, tue es somit nicht um des Tuns willen, und handle – bin – daher nicht vollkommen authentisch. Der langfristige Kontext sollte immer auf dem Wohl meiner Umgebung liegen – auch wenn ich diese Reise durchaus mit meinem eigenen Wohl im Hinterkopf beginnen kann, so wie ich es getan habe.
Ja, meine Freunde, ich lerne durch mein Studium der Individualpsychologie ständig Neues über mich. Und es ist aufregend.
Mein Leben ist aufregend – auch ohne den Einfluss meiner ehemaligen Freunde.
![]()